ESF Logo 2017 - Basisbildung - Systementwicklung Steiermark

 Ein Projekt zur Qualifizierung von MultiplikatorInnen in Regionen:

Das Bildungsnetzwerk führt im Zeitraum von September 2015 bis Dezember 2017 ein Kooperationsprojekt in den Regionen Oberes Murtal und Liezen durch. Gemeinsam mit den Projektpartnern IFA und Urania leistet das Bildungsnetzwerk einen Beitrag zur Professionalisierung der Basisbildung in ländlichen Regionen.

Einen Übersichtsfolder zum Projekt finden Sie unter folgendem Link:

Projektübersicht (pdf) >>

Basisbildung bedeutet eine grundlegende Voraussetzung für Chancengleichheit und gilt als Basis für lebensbegleitendes Lernen

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Laut PIAAC-Studie verfügen bis zu einer Million Menschen in Österreich über geringe Grundkompetenzen. Das sind Personen, die das Bildungssystem ohne ausreichende Grundkenntnisse verlassen, Personen, die bestimmte Basiskompetenzen wieder verlernt haben oder Personen, die ohne entsprechende Kompetenzen nach Österreich gekommen sind.Die Basisbildung ist in den letzten Jahren zu einem unverzichtbaren pädagogischen Handlungsfeld geworden. Die Komplexität dieses Bereichs, die Vielfalt der Bedürfnisse und Interessen der Zielgruppen sowie die hohe Wechselwirkung mit sozial- und arbeitsmarktpolitischen Aspekten machen Basisbildung zu einer der größten Herausforderungen für TrainerInnen und Bildungsinstitutionen. Ausgehend von der aktuellen Situation stellen sich für die nächsten Jahre als wesentliche Entwicklungsfelder eine stärkere Regionalisierung und die Erweiterung von Zugängen und Angeboten im ländlichen Raum der Steiermark dar.

Ländliche Regionen als große Herausforderung

Erfahrungen in der Basisbildungsarbeit zufolge leiden viele Angebote darunter, dass vor allem im ländlichen Raum fehlende Basisbildungskompetenzen in noch viel höherem Ausmaß als stigmatisierend erlebt werden. Aus diesem Grund ist die Inanspruchnahme der zumeist seltenen Angebote gering. Die Folge ist, dass sich Anbieter und Angebote vor allem in den städtischen Regionen konzentrieren, obwohl der Bedarf auch in den ländlichen Regionen gegeben wäre. Das bedeutet, dass in ländlichen Regionen besondere Strategien erforderlich sind, um Angebote zielgruppenadäquat zu gestalten und sie in annehmbarer Form „platzieren“ zu können. In den beiden obersteirischen Regionen Liezen und dem Oberen Murtal soll über geschulte MultiplikatorInnen ein Beitrag zur Professionalisierung und Enttabuisierung der Basisbildung geleistet werden. In Regionen sollen vertrauenswürdige Erstkontaktmöglichkeiten für Betroffene und deren Umfeld geschaffen werden, potentielle Betroffene besser angesprochen und in Zusammenarbeit mit Anbietern zielgruppenadäquate Angebote entwickelt werden.

MultiplikatorInnen als wichtige Schnittstelle

Im Projekt „Basisbildung – Systementwicklung Steiermark“ stehen MultiplikatorInnen, ihre Aufgaben, Rollen und demensprechenden Qualifizierungsanforderungen im Mittelpunkt. Durch sensibilisierte und qualifizierte MultiplikatorInnen soll das Thema Basisbildung in ländlichen Regionen weitgehend enttabuisiert werden und es erfolgt Ermutigung und Motivation im persönlichen Umfeld. In diesem Sinne sind MultiplikatorInnen – wenn es um Zugänge zu Basisbildungsangeboten und um die Teilnahme an Lehrgängen zum Pflichtschulabschluss in ländlichen Regionen geht – unverzichtbare „Brückenmenschen“. Sie können in den Regionen Betroffene und deren Umwelt motivierend ansprechen und für Anbieter Hilfestellungen leisten, um Angebote, die auf spezielle Bedarfe der sehr unterschiedlichen Zielgruppen ausgerichtet sind, zu entwickeln.

Systementwicklung in der Steiermark

Menschen mit Bedarf an Basisbildung wissen meist genau, was sie lernen wollen – sie brauchen keine Belehrung, sondern erreichbare Angebote, unkomplizierten Zugang und Information über „Brückenmenschen“. Dieses Ergebnis lieferte bereits eine Untersuchung im Rahmen des Kooperationsprojekts Basisbildung Oberes Murtal/IFA im Jahr 2009. Ebenso wird in der Evaluation der Initiative EB nun empfohlen, eine aufsuchende Arbeit und gezielte Ansprache des Umfeldes zu akquirieren, u.a. in Kooperation mit unterschiedlichen Einrichtungen, Vertrauenspersonen, BranchenvertreterInnen, Personalverantwortlichen, und BetriebsrätInnen.

Gerade für den Bereich der Basisbildung ist die Vernetzung in Regionen wegweisend, u.a. zwischen Anbietern, WissenschafterInnen und TrainerInnen. Dies sagten auch ExpertInnen im Rahmen einer Delphistudie im Jahr 2013, die als neue Herausforderungen auch die Adaptierung des Basisbildungsangebots auf berufstätige Personen aufzeigte.

Qualifizierung regionaler MultiplikatorInnen

Im Rahmen des Projektes werden MultiplikatorInnen in der Region gesucht und für das Feld der Basisbildung ausgebildet. Sie werden aus unterschiedlichen Lebensbereichen gesucht (Gemeinde, Betriebe, Bildungseinrichtungen…) sensibilisiert und mit notwendigen Fähigkeiten ausgestattet, um auf diese Weise Menschen zum Lernen zu motivieren. Aus unterschiedlichen Zusammenhängen und Studien ist ableitbar, dass sich erstaunlich viele Menschen mit Basisbildungsbedarf in Beschäftigung befinden. Daher ist im Hinblick auf die nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt auch die betriebsinterne MultiplikatorInnenarbeit eine wichtige Interventions- und Entwicklungsebene. Ebenso sollen dadurch qualifizierte MultiplikatorInnen bei der Entwicklung von zielgruppen- und regionsspezifischen Maßnahmen den regionalen Bildungsanbietern Unterstützung geben können.

Das Projekt wendet sich an folgende Zielgruppen

  • MultiplikatorInnen: MitarbeiterInnen in Beratungs- und Sozialeinrichtungen, Verantwortliche in Betrieben, Personen in Schlüsselfunktionen von Gemeinden…
  • EB/Bildungsrelevante AkteurInnen in der Region: Engagierte, kommunikative Einzelpersonen
  • Bildungsanbieter: Anbieter von Basisbildung, Anbieter die zukünftig Angebote neu entwickeln wollen…
  • Öffentlichkeit: Die Bedeutung des LLL, aber auch die Bedeutung der Grund- bzw. Basisbildung stärker ins öffentliche Bewusstsein bringen und öffentlich kommunizieren
  • Indirekte Zielgruppe – Menschen mit Basisbildungsbedarf: sollen durch MultiplikatorInnen besser erreicht und zur Teilnahme an entwickelten Weiterbildungen motiviert werden

Maßnahmen

  • Auffindung und Auswahl von MultiplikatorInnen in den Regionen
  • Begleitforschung
  • Entwicklung eines zielgruppen- und regionalspezifischen Qualifizierungscurriculums
  • Qualifizierung von MultiplikatorInnen – Empowerment
  • Aufbau von Expertise
  • Öffentliche Kommunikation + Grundlagen
  • Durchführung von Veranstaltungen zum Thema Basisbildung
  • Maßnahmen zur Erreichung der regionalen Öffentlichkeit, Sensibilisierung und weiterführende Enttabuisierung der Basisbildung
  • Vernetzung der qualifizierten MultiplikatorInnen und Ergebnistransfer an Bildungseinrichtungen und relevante Stellen

Kontakt und Informationen:

Portrait Pittner

 

Bildungsnetzwerk Steiermark
Mag.a Katrin Pittner (Projektkoordination)
katrin.pittner@eb-stmk.at | 0664/ 88735124

 

Projektpartner:
Bildungsnetzwerk Steiermark | Urania Steiermark | IFA Steiermark

 


Das Projekt „Basisbildung – Systementwicklung Steiermark“
wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds,
des Bundesministeriums für Bildung und des Landes Steiermark gefördert.

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Weiterführende Informationen: http://ec.europa.eu/esf/